Neuroaffektive Bildtransformation (NAT)
Unser therapeutischer Ansatz im Kaiserufer verbindet aktuelle neurobiologische Erkenntnisse mit einer achtsamen und sicheren Begleitung. Viele Menschen erleben, dass belastende Erfahrungen auch lange nachwirken können, selbst wenn sie längst vergangen sind. Dieses Erleben lässt sich dadurch erklären, dass emotionale Erinnerungen im Gehirn auf besondere Weise gespeichert werden. Genau hier setzt ein neurobiologisch fundierter Ansatz zur Behandlung belastender emotionaler Erinnerungen an. Belastende Erfahrungen, insbesondere frühe oder wiederholte Stress- und Traumaerlebnisse, werden im Gehirn nicht nur sprachlich, sondern vor allem in emotionalen und körpernahen Gedächtnissystemen gespeichert, unter anderem in der Amygdala, im Hippocampus sowie in somatosensorischen und visuellen Netzwerken. Diese sogenannten impliziten Erinnerungen können auch dann weiterwirken, wenn das auslösende Ereignis längst vergangen ist. Die Neuroaffektive Bildtransformation (NAT) ist ein therapeutischer Ansatz, der gezielt auf diese emotionalen Gedächtnisprozesse ausgerichtet ist.
Methodisches Vorgehen
Im Unterschied zu rein gesprächsbasierten Verfahren nutzt NAT gezielt die gleichzeitige Aktivierung mehrerer funktioneller Gehirnsysteme: visuelle Verarbeitung (innere und äußere Bildrepräsentationen) sensomotorische Systeme (gezielte Hand- und Bewegungsaktivität), emotionale Aktivierung in einem strukturierten und sicheren therapeutischen Rahmen. Neurowissenschaftliche Forschung zeigt, dass die parallele Einbindung dieser Systeme die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass emotionale Gedächtnisinhalte destabilisiert und anschließend abgeschwächt oder neu integriert werden können (Lane et al., 2015). Auch Unterschiede in der Art der motorischen Ausführung (z. B. dominante vs. nicht-dominante Hand, direkte taktile Rückmeldung) können die emotionale Aktivierung und Verarbeitung beeinflussen und werden in der NAT gezielt berücksichtigt.
Anwendungsgebiete:
Die Neuroaffektive Bildtransformation (NAT) wird unter anderem bei den Folgen psychischer Traumatisierung eingesetzt, ebenso bei chronischer innerer Anspannung oder Übererregung. Sie findet Anwendung bei depressiven und angstbezogenen Symptomen sowie bei psychosomatischen Beschwerden. Auch anhaltende Belastungsreaktionen nach frühen Beziehungserfahrungen können mit diesem Ansatz begleitet werden. NAT kann dabei sowohl eigenständig als auch ergänzend zu anderen psychotherapeutischen Verfahren angewendet werden.
Therapeutischer Rahmen
Die Behandlung mit der Neuroaffektiven Bildtransformation (NAT) erfolgt strukturiert und transparent sowie in enger Abstimmung mit den Kund:innen. Belastungsintensität und Tempo werden dabei individuell angepasst. Zentrale Voraussetzungen für die Wirksamkeit sind eine stabile therapeutische Arbeitsbeziehung, eine klare therapeutische Zieldefinition, die kontrollierte Steuerung emotionaler Aktivierung sowie eine kontinuierliche fachliche Evaluation des therapeutischen Verlaufs. Die Entwicklung und Weiterführung der NAT orientiert sich an aktuellen Erkenntnissen der affektiven Neurowissenschaft und der Traumaforschung. Dazu gehören unter anderem fachliche Weiterbildungen in den Bereichen Clinical Neurosciences und Brain Medicine sowie Understanding Depression an der Harvard Medical School und Medical Neuroscience an der Duke University in den USA. Zusätzlich besteht eine fachliche Anbindung an die internationale Traumaforschung durch die Mitgliedschaft in der International Society for Traumatic Stress Studies (ISTSS).
Häufig gestellte Fragen
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